Privatkredit

Du Spatzl, borgst du mir 5.000 Euro?

Kennen Sie das auch? Plötzlich benötigen Sie Geld, aber auf dem Konto herrscht gähnende Leere. Ob Notfall oder Schnäppchen, besonderes Ereignis oder Katastrophe – es gibt Momente, da ist eine Finanzspritze notwendig. Viele nehmen dann einfach einen Kredit auf. Alternativ könnten Sie aber auch Familie oder Freunde anpumpen. Warum sich von einer Bank durchleuchten lassen, wenn Tantchen das Geld ohnehin auf dem schlecht verzinsten Bankkonto gebunkert hat? Clever, denken sich die einen, schwierig, die anderen. Denn auch bei einem Privatkredit von Freunden oder Verwandten, gilt es gewisse Regeln einzuhalten, um nicht das Vertrauensverhältnis zu zerstören. Nicht umsonst gibt es die verbreitete Aussage: „Bei Geld hört sich die Freundschaft auf.“

Ohne Vertrag geht nichts

Damit Sie nicht in die brenzlige Lage kommen, sich mit Ihrem freundschaftlichen Kreditgeber zu streiten, sollten Sie einen privaten Kreditvertrag aufsetzen. Auch wenn Sie ein enges Verhältnis zu der Person haben, die Ihnen ein Privatdarlehen gewährt, sollten Sie zu Ihrer und zur Sicherheit des Kreditgebers eine schriftliche Vereinbarung treffen. So haben Sie im Streitfall etwas, das Sie – notfalls vor Gericht – vorlegen können. Außerdem sind dann alle wichtigen Absprachen zu Rückzahlung, Zeitraum und eventueller Zinszahlungen fixiert. So kann man Missverständnissen und Ausflüchten vorbeugen.

Vertrag besser vom Experten

Musterverträge für einen Kredit von privat gibt es online unzählige. Diese sind aber mitunter nicht vollständig oder rechtskräftig. Möchten Sie sicher gehen, dass alles seine Richtigkeit hat und keine Schlupflöcher oder grobe Fehler bestehen bleiben, sollten Sie einen Notar oder Rechtsanwalt hinzuziehen. Insbesondere bei höheren Beträgen ist es sinnvoll, den Kreditvertrag von Fachpersonal prüfen zu lassen. Sollten Sie einen frei erhältlichen Vertrag für einen Privatkredit nutzen oder gar selbst einen aufsetzen wollen, sollten Sie darauf achten, dass folgende Punkte enthalten sind:

  • Name und gültige Anschrift Kreditnehmer
  • Name und gültige Anschrift Kreditgeber
  • Kreditbetrag und, falls relevant, Verwendungszweck
  • Rückzahlungsmodalitäten (wie, wann, wie häufig, bis zu welchem Zeitpunkt?)
  • Eventuelle Zinsen und deren Ausgestaltung
  • Art der Auszahlung (bar, Überweisung, in Teilbeträgen)
  • Kündigungsmöglichkeiten beider Parteien
  • Regelung bei Zahlungsverzug oder Ausfall
  • Gesonderte Vereinbarungen
  • Sicherheiten und deren Verwertung
  • Unterschrift beider Parteien

Privatkredit von Fremden – einfach mit P2P

Nicht jeder hat vermögende Bekannte und Verwandte, bei denen er sich ganz einfach kleinere und größere Geldmengen ausborgen kann. Wenn Sie – aus welchen Gründen auch immer – auch keinen klassischen Bankkredit abschließen möchten, können Sie auch auf einen sogenannten Peer-2-Peer-Kredit (P2P) zurückgreifen. Bei dieser speziellen Kreditform vergeben nicht Banken ein Darlehen, sondern Privatpersonen anonym an private Kreditnehmer. Für die Kreditgeber ist dies eine Form der Anlage, denn sie erhalten selbstverständlich Zinsen für das verliehene Geld.

Möglich gemacht wird dies mit Hilfe von P2P-Plattformen, wie zum Beispiel lendico, die die Verwaltung dieser Kreditgeschäfte übernehmen und auch als Vermittler fungieren. Sie kümmern sich um alles organisatorische und auch die rechtlichen Fragen. Wer nun seine Chance gekommen sieht, ohne Bankenprüfung oder KSV-Fragen günstig an Geld zu kommen, der irrt. Auch bei den P2P-Privatkrediten wird eine Bonitätseinschätzung vorgenommen. Auch handelt es sich um einen bindenden Vertrag. Kommen Sie Ihren Verpflichtungen nicht nach, müssen Sie die rechtlichen Konsequenzen tragen, ähnlich wie bei einer Bank. Dennoch kann ein P2P-Kredit eine Chance für außergewöhnliche Projekte sein. Häufig bieten solche Plattformen die Möglichkeit, Projekte vorzustellen, so dass die potentiellen Kreditgeber sehen, wofür ihr Geld verwendet werden würde und einschätzen können, ob sich eine Investition lohnt. So können auch Projekte realisiert werden, die einer Bank vielleicht zu vage sind, den privaten Kreditgebern aber gefallen.

Privatkredit, P2P oder doch lieber zur Bank? Die Vor- und Nachteile der Kreditarten

Wer über keine besonderen Einschränkungen verfügt, kann aus dem vollen Kreditangebot schöpfen. Doch sind wirklich alle Kreditarten sinnvoll? Dies ist sehr stark von der individuellen finanziellen und persönlichen Lage des Kreditnehmers abhängig. Welcher Kredit für Sie geeignet ist, liegt also letzten Endes immer auch an Ihnen. Als kleine Entscheidungshilfe hier eine Kurzzusammenfassung der drei genannten Kredite und ihrer Vor- und Nachteile:


Ratenkredit von der Bank

+ Zinsen orientieren sich am aktuellen Zinsniveau
+ leichte Vergleichbarkeit
+ professionelle Unterstützung
+ standardisierter und einfacher Kreditantrag
+ häufig Abschluss online möglich

– Bankenspezifische Kreditvergaberichtlinien
– Strenge Bonitätsstandards
– Wenig Raum für individuelle Absprachen

Privatkredit

+ Individuell gestaltbar
+ Bonität wenig bis gar nicht relevant
+ Unbürokratisch und flexibel

– Vertrauensverhältnis der Beteiligten kann gestört werden
– Kreditrahmen richtet sich nach Vermögen des Kreditgebers
– Rechtliche Absicherung nur mit Vertrag

P2P

+ professionelle Abwicklung der Kreditgeschäfte
+ Möglichkeit, eigenes Projekt vorzustellen
+ Vielfältigere Zins- und Vergabestruktur

– Große Zinsspannen, mitunter hoher Effektivzins
– Keine Finanzierungsgarantien
– Abweichende Vertragsstrukturen oder Extragebühren möglich

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