Konsumentenschützer fordern Rücktrittsrecht bei Fremdwährungskrediten

Rücktrittsrecht bei Fremdwährungskrediten

Der Verein für Konsumentenschutz fordert ein Recht auf Rücktritt von Fremdwährungskrediten.Wenn die Aussichten auf einen Kredit im eigenen Land nicht gut stehen, ziehen viele Menschen einen sogenannten Fremdwährungskredit in Betracht. Dabei handelt es sich um Darlehen, die nicht in der Währung des eigenen Heimatlandes ausgezahlt werden und dementsprechend auch in der jeweiligen Fremdwährung wieder beglichen werden müssen. Zahlreiche Österreicher setzten dabei auf einen Kredit in Schweizer Franken. Nachdem die Bindung des Schweizer Franken an den Euro zu Beginn des Jahres jedoch überraschend gelöst wurde, entstanden massive Zusatzkosten für die Kreditnehmer. Im Jahr 2008 verfügten noch 270.000 Österreicher über Fremdwährungskredite. Zwar ging die Zahl deutlich zurück, doch liegt das offene Volumen noch immer bei insgesamt 25 Milliarden Euro, die auf rund 150.000 Fremdwährungskredite in Österreich verteilt sind.

Der Verein für Konsumentenschutz fordert nun, dass Österreicher unter bestimmten Umständen das Recht haben sollten, von einem derartigen Kredit zurückzutreten. Geplant ist ein Musterverfahren, in dem man sich auf eine Bestimmung im Konsumentenschutzgesetz beruft. Demnach sollen Kreditnehmer davor geschützt werden, „die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Geschäftes nicht abschätzen zu können.“ Laut dem Verein für Konsumentenschutz ist dies gerade bei Fremdwährungskrediten der Fall: Für den Otto Normalverbraucher sind signifikante Währungsschwankungen kaum vorhersehbar, so dass die Auswirkungen des eigenen Handelns und das damit verbundene finanzielle Risiko nicht korrekt eingeschätzt werden können. Im Falle von Fremdwährungskrediten locken häufig günstige Kreditzinsen, doch sind diese von zahlreichen Faktoren abhängig, derer sich der Kreditnehmer häufig nicht bewusst ist. Das Urteil im angestrebten Musterverfahren wird in zwei Jahren erwartet.

Nicht nur Konsumentenschützer stehen Fremdwährungskrediten skeptisch gegenüber, sondern auch die Finanzmarktaufsicht FMA. Vor allem die Tatsache, dass die meisten Fremdwährungskredite endfällig sind und demnach erst nach Ende der Laufzeit abgerechnet wird, nimmt dem Kreditnehmer die Möglichkeit, den geschlossenen Kreditvertrag vorläufig zu kündigen, selbst wenn die nötigen Ressourcen schon früher vorhanden wären. Auch besteht bei einem solchen Kredit nicht die Möglichkeit zur Umschuldung durch Aufnahme eines günstigeren Darlehens. Aufgrund der hohen Risiken stoppte die FMA die Vergabe von neuen Darlehen in fremden Währungen im Herbst 2008.