Bank Austria investiert in österreichische Kunst

Bank Austria Kunstpreis

Die Bank Austria unterstützt österreichische Künstler in einer Crowdfunding-Aktion.Der Ausdruck „Brotlose Kunst“ kommt nicht von ungefähr, denn zahlreichen Kulturschaffenden fällt es nicht immer leicht, die eigenen Werke zu finanzieren. Wer nicht zufällig einen großzügigen Mäzen für seine Kunst begeistern kann oder sich bereits einen Namen in der Szene machen konnte, kann seine Kunst meist nur als Hobby betreiben. Um den Kreativen des Landes unter die Arme zu greifen, rief die Bank Austria den Kunstpreis ins Leben. Dabei setzt die Bank nicht auf den traditionellen Kredit, sondern auf modernes Crowdfunding.

Seit dem 10. September können die 32 Kunst- und Kulturprojekte, die an der Aktion teilnehmen, auf der Crowdfunding-Plattform wemakeit angeklickt und unterstützt werden. Dabei gilt, dass die einzelnen Künstler zunächst unabhängige Unterstützer finden müssen: Ist das erste Drittel des Finanzierungszieles erreicht und konnte das Projekt mindestens 20 private Investoren von sich überzeugen, spendiert die Bank Austria das gesamte zweite Drittel. Denn aus Erfahrungswerten weiß man, dass die ersten und letzten Sponsoren meist schnell gefunden sind. Die meisten Projekte scheitern im mittleren Drittel.

Insgesamt will die Bank Austria 110.000 Euro zur Verfügung stellen, die auf die beliebtesten Projekte verteilt werden sollen. Dabei haben private Kunst- und Kulturinteressenten die Auswahl zwischen Werken aus sämtlichen künstlerischen Bereichen, darunter Tanz, Theater, bildende Kunst und Musik. Auch Projekte aus der Mode sind vertreten, wie etwa das der Schuhdesignerin Julia Skergeth, deren Mangel an finanziellen Ressourcen dazu führte, dass die hohe Nachfrage nach ihrer ersten Kollektion nicht befriedigt werden konnte. Der Populärkultur gehört unterdessen das Projekt rund um Captain Austria an: Der erste österreichische Superheld soll in Form von Comics zum Leben erweckt werden. Neben einzelnen Künstlern bewerben sich auch städtische Institutionen um die Unterstützung der Bank Austria. So würde sich auch die Virgil-Kapelle in Wien über die Finanzspritze freuen. Das unterirdische Gebäude wurde 1973 beim U-Bahn-Bau entdeckt und soll noch in diesem Jahr für Besucher zugänglich gemacht werden. Allerdings fehlt dem Wien Museum, dem die Kapelle angehört, das nötige Kleingeld für die ausgiebige Bauforschung.

Mit hohen Kreditzinsen haben die finanzierten Künstler zwar nicht zu rechnen, doch betonen die Betreiber der Crowdfunding-Plattform, dass es sich nicht um gemeinnützige Spenden sondern um Finanzierung mit Gegenleistungen handelt. So dürfen sich private Investoren beispielsweise über Event-Einladungen oder attraktive Vorkaufsrechte freuen.