Kreditvertrag

Das müssen Sie wissen, bevor Sie einen Kreditvertrag unterschreiben

Möglicherweise haben Sie gerade eine neue Wohnung bezogen und für viel Geld Möbel gekauft oder in einen neuen Computer investiert. Für diese Neuanschaffungen haben Sie die Haushaltskasse geplündert, doch ausgerechnet jetzt gehen wichtige Gerätschaften kaputt: Beispielsweise läuft die Waschmaschine aus oder das Auto springt nicht mehr an! Was also tun, wenn kein Geld mehr zur finanziellen Überbrückung da ist? In der Regel kann hier nur ein Kredit weiterhelfen.

Auch wenn Sie am liebsten so schnell wie möglich einen Kredit aufnehmen möchten – es ist wichtig, sich zunächst einige Gedanken zu machen: Wie viel Geld können Sie monatlich zurückzahlen? Wie hoch soll der Kredit überhaupt sein und wie schnell möchten Sie den Kredit tilgen? Wenden Sie sich bestenfalls erst an ein Kreditinstitut, wenn Sie Antworten auf diese Überlegungen haben. So können Sie gezielter nach einem passenden Kredit suchen und genauer überprüfen, welche Rahmenbedingungen der Kreditvertrag enthalten sollte.

Seien Sie ehrlich: Schätzen Sie sich zunächst realistisch ein

Vor Ihrem Weg zur Bank sollten Sie einen Finanzplan erstellen, in dem Sie ihre Haushaltseinnahmen und Ihre monatlichen fixen und variablen Ausgaben gegenüberstellen. Durch diese Aufstellung können Sie ermitteln welche finanzielle Gesamtbelastung Sie gut stemmen können. Wie viel Geld bleibt am Ende des Monats tatsächlich übrig und kann folglich für die Tilgung eines Kredites verwendet werden? Grundsätzlich wichtig ist: Seien Sie realistisch! In der Regel fällt ein Kredit zwar günstiger aus, je schneller er getilgt werden kann, da eine kürzere Laufzeit häufig eine niedrigere Zinsbelastung bedeutet. Dennoch bringt es beiden Parteien nichts, wenn sich Kreditnehmer überschätzen und die zu hohen Raten letztlich nicht mehr zahlen können. Werden Nachverhandlungen oder gar ein zweiter Kredit nötig, bedeutet das im Wesentlichen immer weitere Kosten für den Kreditnehmer.

Kalkulieren Sie also nicht zu knapp, sodass eine geringe Veränderung Ihres Haushaltseinkommens (zum Beispiel temporäre Kurzarbeit in der Firma) oder weitere spontane Kostenfaktoren nicht zu Zahlungsschwierigkeiten führen. Bei diesen Überlegungen ist es auch wichtig, Kostenpunkte mit einzuberechnen, die lediglich einige Male oder sogar nur einmal pro Jahr fällig werden, wie beispielsweise die Auffüllung des Öltanks oder die Autosteuer.

Informationen vorab: Das sollten Sie über den Kreditvertrag wissen

Eine junge Frau prüft die Konditionen eines Kredit-Angebots.

Wenn Sie sich mit einer Kreditanfrage an ein Bankinstitut wenden, sollten Sie rechtzeitig vor Vertragsabschluss alle wesentlichen Informationen über den Kreditvertrag in einem standardisierten Formblatt erhalten. Die dort aufgeführten Bestimmungen und Rechte gelten europaweit und machen es Ihnen leichter mehrere Kreditangebote miteinander zu vergleichen, da Sie dieses Formblatt als Informationsgrundlage zu Rate ziehen können. Dort sollten in jedem Fall folgende Punkte aufgeführt werden:

  • Genaue Bezeichnung des Kredites
  • Vollständige Höhe der Kreditsumme
  • Sollzinssatz
  • Laufzeit
  • Tilgungsmöglichkeiten
  • Effektiver Jahreszins
  • Gesamtkosten für den Kreditnehmer: Anfallende Kreditzinsen sowie Zinszahlungen
  • Evtl. anfallende Spesen für Dienstleistungen, beispielsweise für die schriftliche Information über aktuelle Restschuld

Ganz egal ob Sie letztlich einen Darlehensvertrag bei der betreffenden Bank abschließen oder nicht, das Informationsblatt muss dennoch immer kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich hierzu können Sie sich auch einen vorläufigen Vertragsentwurf ebenso kostenlos zuschicken lassen.

Berücksichtigen Sie Sonder- und Rückzahlungsrechte

Sobald ein Kreditvertrag unterschrieben wurde, ist dieser gültig. Da dies meist eine längerfristige Verantwortung bedeutet, sollten Sie die Vertragsbestimmungen vor der Unterzeichnung genau durchlesen und alle enthaltenen Angaben auf ihre Richtigkeit prüfen. Haben Sie bestenfalls auch persönliche Faktoren im Blick: Möglicherweise erhalten Sie zukünftig die Auszahlung einer Lebensversicherung, eines Bausparvertrages oder einen anderen Vermögenswert: Berücksichtigen Sie derartige Eventualitäten unbedingt noch vor der eigentlichen Kreditvereinbarung. So sollten Sie sich in diesem Fall unbedingt das Recht auf Sondertilgungen im Darlehensvertrag schriftlich zusichern lassen, damit Sie die Laufzeit und somit auch anfallende Zinszahlungen reduzieren könnten.

Pflichten des Kreditgebers

Achten Sie auch auf die Pflichten des Kreditgebers: Dazu zählt beispielsweise eine ausführliche Erläuterung hinsichtlich der Vertragsbestimmungen. Die Bank muss Ihnen als Kreditwerber die Hauptmerkmale, die im Kreditvertrag festgehalten werden, erklären und auch mögliche Auswirkungen ausführen: Welche Konsequenzen hat ein möglicher Zahlungsverzug? Besteht die Möglichkeit bei finanziellen Engpässen einige Raten lang auszusetzen? Welche anfallenden Gebühren kommen auf Sie zu? Des Weiteren ist die Bank dazu verpflichtet Ihnen regelmäßig einen Tilgungsplan zuzuschicken, der Sie über Ihren aktuellen Zahlungsstand informiert.

Dank gesetzlicher Änderung fallen Gebühren weg!

Am 11. Juni 2010 ist in Österreich das Verbraucherkreditgesetz (VkrG) in Kraft getreten, das für alle Kreditverträge gilt deren Beträge höher als 200 Euro sind. Im Zuge dessen wurde 2011 die Kreditvertragsgebühr abgeschafft. Bis dato war diese eine gesetzliche Gebühr die in Höhe von 0,8 % beziehungsweise 1,5 % der Kreditsumme verlangt wurde und Darlehen dementsprechend verteuerte. Seit dieser Abschaffung sind auch Bearbeitungsgebühren bei Konsumkrediten unzulässig. Einen Darlehensvertrag abzuschließen ist folglich zwar kostenlos, der Kredit selbst bringt aber immer Kosten in Form von Zinsen mit sich. Diese Kosten sind von der individuellen Kreditvereinbarung und manchmal auch von der Kreditart abhängig: In der Regel orientieren sich Banken für die Erhebung von Darlehenszinsen an der aktuellen Marktwirtschaft. So kann zu bestimmten Zeiten ein Hypothekarkredit günstiger sein als einer ohne Verwendungszweck. Da die Zinsen stetig schwanken, sollten Sie sich noch vor Abschluss eines Kredits einen Überblick über den Markt verschaffen und die bestehenden Angebote vergleichen.

Sie haben sich entschieden: So läuft der Vertragsabschluss ab:

Eine junge Frau prüft die Konditionen eines Kredit-Angebots.

Die Entscheidung ist nach dem eindringlichen Prüfen vieler Kreditangebote gefallen und Sie haben einen bestimmten Kreditvertrag ausgewählt. Hat die Bank den Vertrag mit Ihrer Unterschrift erhalten, ist dieser gültig. Im Anschluss wird Ihnen der Kreditgeber eine Ausfertigung des Vertrages inklusive der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Nebenspesen und Kreditkennzahlen zuschicken. Nun heißt es warten: Es ist möglich, dass das Darlehen nach wenigen Tagen auf Ihrem Konto eingeht. Ebenso gut kann es aber auch bis zu einigen Wochen dauern, bis die betreffende Bank den bürokratischen Aufwand abgewickelt hat und Ihnen das Geld auszahlen kann. Nach Erhalt des Kredites werden auch die vertraglich vereinbarten Raten fällig.

Wenn doch was schiefgeht: So können Sie vom Kreditvertrag zurücktreten

Wird dringend Geld benötigt, kann es durchaus zur Zerreißprobe werden die Kreditangebote sorgfältig zu prüfen und sich die Zeit zu nehmen, realistisch zu kalkulieren. Haben Sie sich dazu hinreißen lassen, vorschnell einen unpassenden Darlehensvertrag abzuschließen, können Sie noch innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurücktreten. Diese Frist beginnt ab dem Tag der Vertragsunterschrift. Für den Widerruf des Kreditvertrags müssen keinerlei Gründe angegeben werden. Einziges Manko: Bisher angefallene Zinsen und bereits getätigte Zahlungen des Kreditgebers dürfen dem Kunden berechnet werden.

Sie möchten ihren Kreditvertrag kündigen? Sind Sie sich ganz sicher?

Ist die 14-Tage-Frist abgelaufen und Sie sind dennoch unzufrieden mit den Konditionen des Vertrages, so können Sie vor Ablauf der Laufzeit den Kredit kündigen. Zur Folge hat das aber, dass Sie die erhaltene Kreditsumme innerhalb von 30 Tagen inklusive der bisher aufgelaufenen Kreditzinsen zurückerstatten müssen. Haben Sie das bereits erhaltene Darlehen bereits investiert und keine anderen Vermögenswerte vorzuweisen, kommt eine Kündigung für Sie dementsprechend nicht in Frage. Wenn Sie aber genug Geld zur Verfügung haben, um den Kreditgeber auszuzahlen, sollten Sie auf jeden Fall auf dem schriftlichen Weg kündigen. Bestenfalls schicken Sie einen Kündigungsbrief per Einschreiben an den Kreditgeber und bewahren eine Kopie für sich auf. Je nach Vertragsvereinbarungen kann eine Vorfälligkeitsgebühr für die entgangenen Zinszahlungen fällig werden. Kalkulieren Sie also vorab, ob sich eine Kündigung für Sie lohnt oder Sie letztlich sogar draufzahlen.

Schließen Sie Unklarheiten aus

Egal ob es sich um eine große oder kleine Kreditsumme handelt: Nehmen Sie sich die Zeit den angebotenen Kreditvertrag genauestens zu studieren und vergleichen Sie mit Hilfe des Standardinformationsblattes oder Kreditvertragsentwurfes die vorgeschlagenen Konditionen. Achten Sie dabei vor allem auf den Gesamtkreditbetrag und den effektiven Jahreszins. Fallen Ihnen Unstimmigkeiten auf, sprechen Sie diese gegenüber der betreffenden Bank an. Möglicherweise handelt es sich um einen Fehler oder aber Sie haben etwas falsch verstanden. Egal was Sie hier stutzig macht, schließen Sie keinen Vertrag ab ohne diesen bis ins Detail zu verstehen. Denn nur dann kann gewährleistet werden, dass ein Kreditvertrag Ihre Interessen berücksichtig.

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