Kredit kündigen

So können Sie Ihren Kredit kündigen und Kostenfallen umgehen

Ein plötzlicher Geldsegen oder auch das bessere Angebot eines anderen Kreditgebers – es gibt viele Gründe dafür, einen Kredit vorzeitig zu kündigen. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, können Sie diesen vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit teilweise oder ganz ablösen. Eine vorzeitige Rückzahlung der Kreditsumme samt Zinsen gilt als Kündigung des Kreditvertrages. Der Haken: Wenn Sie Ihren Kredit kündigen, entstehen in vielen Fällen Kosten. Auch die geltenden Kündigungsfristen sollten Sie bedenken. Denn diese variieren je nach Kreditart und Zeitpunkt der Kreditvergabe.

Bank erhält Entschädigung bei fixen Zinsen

Abschlussdatum ist entscheidend

Zum 11. Juni 2010 sind neue Regelungen für Verbraucherkredite in Kraft getreten. Diese beruhen auf einer EU-Richtlinie und beinhalten neue – verbraucherfreundlichere – Bestimmungen zu Fristen und Kosten bei Kündigung. Einzelne Regelungen variieren daher je nachdem, wann der Kredit abgeschlossen wurde.

Laut Gesetz steht dem Kreditgeber bei vorzeitiger Kündigung eine angemessene Entschädigung, die Vorfälligkeitsgebühr, zu. Allerdings nicht bei jeder Kreditart. Wichtig ist hier die Frage: Haben Sie ein Darlehen mit variablem Zins oder Fixzins abgeschlossen? Kredite mit variablem Zins können Sie meist ohne Zusatzkosten kündigen. Anders sieht es bei Fixzinsverträgen aus. Denn bei Abschluss des Kredits hat die Bank den Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit garantiert. Möchte der Kreditnehmer den Kreditvertrag vorzeitig auflösen, entgeht der Bank ein Anteil des vereinbarten Zinsgewinns. Und das lässt sich diese meist mit einer Vorfälligkeitsgebühr (Pönale) bezahlen.

So hoch darf die Vorfälligkeitsgebühr maximal sein

Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung für Ratenkredite ist seit dem 11. Juni 2010 gesetzlich beschränkt. So darf diese maximal 1 Prozent der Restschuld entsprechen, wenn die Laufzeit des Kredits noch länger als zwölf Monate beträgt. Ist die Restlaufzeit kürzer, darf die Vorfälligkeitsentschädigung 0,5 Prozent der Restschuld betragen. Die Obergrenze in beiden Fällen: Die Entschädigung darf keinesfalls die Zinskosten übersteigen, die bis zum Ende der Laufzeit angefallen wären.

Für Altverträge ist die Vorfälligkeitsentschädigung nicht gedeckelt. Entscheidend sind hier die Vertragsbedingungen der Bank. Es gibt Anbieter, die keine Gebühr bei vorzeitiger Kreditablösung verlangen. Andere wiederum sind weniger kulant und erheben saftige Spesen. Nur der Blick ins Kleingedruckte schafft hier Klarheit. Bevor Sie Ihren Kredit kündigen, sollten Sie daher, die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung in Ihre Überlegungen miteinbeziehen. Wer den Kredit bereits gekündigt hat, sollte die veranschlagte Vorfälligkeitsentschädigung unbedingt überprüfen. Nicht immer berechnen Kreditgeber diese korrekt.

Es ist außerdem möglich, den Kredit nach 10 Jahren zu kündigen, und das, ohne eine Entschädigung an die Bank leisten zu müssen. In der Regel laufen Ratenkredite jedoch nicht länger als 10 Jahre. Die Zehn-Jahres-Regel ist daher vor allem für sehr hohe Kredite, wie einen Baukredit, relevant.

Diese Kündigungsfristen gelten für Verbraucherkredite

Seit 11. Juni 2010 darf die Kündigungsfrist für Verbraucherkredite maximal einen Monat betragen. Längere Kündigungsfristen sind bei Verbraucherkrediten somit rechtlich nicht mehr zulässig. Für Verträge vor dem 11. Juni 2010 gilt jedoch noch eine dreimonatige Kündigungsfrist. Vor Unterzeichnung eines Kreditvertrages sollten Sie immer die Kündigungsregelung überprüfen und gegebenenfalls beim Anbieter nachhaken. Entschließen Sie sich dazu, den Kredit zu kündigen, sollte dies immer in schriftlicher Form und im Idealfall per Einschreiben erfolgen.

Wichtig: Die genannten Regeln gelten für Verbraucherkredite (meist herkömmliche Ratenkredite), jedoch nicht für einen Baukredit.

Kreditnehmer haben 14-tägiges Widerrufsrecht

Widerrufsvorlage hier downloaden

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie sich hier eine Vorlage für Ihren Widerruf downloaden. Wichtig: Das unterzeichnete Schreiben muss der Bank bei einem Ratenkredit innerhalb von 14 Tagen nach Kreditabschluss vorliegen.

Rücktritt vom Kreditvertrag hier downloaden.

Sie haben es sich kurz nach Kreditabschluss anders überlegt? Innerhalb von 14 Tagen können Sie kostenfrei und ohne Angaben von Gründen den Kredit widerrufen. Die Zinsen, die seit Kreditauszahlung angefallen sind, dürfen Kreditgeber in Rechnung stellen. Für die Berechnung gilt der Fixzinssatz. Nach einem Widerruf müssen Sie den ausbezahlten Kreditbetrag samt Zinsen innerhalb von 30 Kalendertagen zurückzahlen. Der Widerruf sollte schriftlich in Papierform – am besten mit eingeschriebenem Brief – erfolgen.

Was viele nicht wissen: Voraussetzung für den Beginn der 14-tägigen Frist ist, dass alle gesetzlichen Mindestinformationen – zum Beispiel in Bezug auf den Widerruf – im Kreditvertrag stehen. Und genau hier unterlaufen vielen Anbietern Fehler. Kreditnehmer können davon profitieren und, zum Beispiel aufgrund einer unvollständigen Widerrufsbelehrung, zu jedem Zeitpunkt den Kredit widerrufen. Diese Regelung gilt allerdings nur für Ratenkredite – bei Immobilienkrediten läuft die Widerrufsfrist infolge von fehlerhaften Mindestinformationen nach 12 Monaten ab.

Kredit kündigen – so gehen Sie vor

Sie haben einen Kredit aufgenommen und spielen mit dem Gedanken, diesen zu kündigen? Zunächst sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Ist die gesetzliche Rücktrittsfrist abgelaufen oder kann ich den Kredit widerrufen?
  • Wie lautet die Kündigungsregelung laut Vertrag?
  • Ist die Widerrufsbelehrung korrekt oder bietet sich mir ein Schlupfloch?
  • Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung? Dazu wichtig: Ist die Restlaufzeit länger oder kürzer als 12 Monate?
  • Im Falle einer Umschuldung: Übersteigt die Ersparnis durch das bessere Angebot die Kündigungskosten?

Entschließen Sie sich dazu, den Kredit zu kündigen, sollte dies immer in schriftlicher Form und im Idealfall per Einschreiben erfolgen. Anschließend stellt Ihnen die Bank die bis dato angefallenen Zinsen samt Restkreditbetrag und ggf. Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung, die Sie umgehend begleichen müssen.

Kredit bei Zahlungsunfähigkeit kündigen?

Arbeitslosigkeit oder eine schwere Krankheit kann jeden treffen – wer den Kredit kündigen möchte, da er die Rückzahlung nicht mehr stemmen kann, sollte jedoch nicht zu voreilig handeln. Denn das wird Ihnen in der Regel nicht helfen. Der Grund: Wenn Sie den Kredit kündigen, fordert die Bank den offenen Betrag in einer Summe zurück. Um sich vor Zahlungsunfähigkeit zu schützen, schließen Kreditnehmer daher häufig eine Restschuldversicherung mit ihrem Darlehensvertrag ab. Diese übernimmt im Ernstfall häufig die Ratenzahlungen. Verfügen Sie jedoch über keine Police, sollten Sie sich umgehend mit ihrer Bank zusammensetzen und versuchen, eine individuelle Lösung zu finden. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Laufzeit zugunsten einer niedrigeren Rate zu verlängern. Alternativ kann es sich lohnen, den Kredit zu günstigeren Konditionen umzuschulden. Der Kredit des neuen Anbieters löst dann die Schulden bei der bisherigen Bank ab.

Teuren Kredit kündigen und sparen

Gerade in Niedrigzinsphasen möchten viele Kreditnehmer vom aktuellen Zinstief profitieren und den Kredit umschulden. Und das kann sich bei teuren Krediten auch lohnen. Denn die Bank darf seit 11. Juni 2010 eine Vorfälligkeitsentschädigung von maximal 1 Prozent der Restschuld verlangen. In vielen Fällen ist die Entschädigungszahlung damit geringer als die Zinsersparnis durch das günstigere Angebot. Bevor Sie einen neuen Kredit abschließen, sollten Sie sich einen Überblick über das aktuelle Angebot verschaffen. Mit einem Online-Vergleich können Sie einfach und bequem das günstigste und passende Angebot finden und direkt online abschließen.

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