Kontokorrentkredit

Wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist…

Viele kennen es, auf dem Girokonto sind nur noch wenige Euro und dann geht die Mikrowelle kaputt. Oder aber das absolut perfekte Paar Schuhe ist im Angebot. Eigentlich ist nicht mehr genug Geld auf dem Konto für solche Anschaffungen, doch auf die Gelegenheit verzichten wollen oder können die meisten auch nicht. Glücklich ist, wer ein Girokonto mit Kontokorrentkredit hat, denn dann ist das alles kein Problem. Einfach das Konto überziehen und sich die neuen Schuhe und die Mikrowelle leisten, Überziehungsrahmen sei Dank. Doch Vorsicht: Der kleine Helfer in der Not kann schnell Ursache für eine Überschuldung sein. Folgendes sollten Sie über den Kontokorrentkredit wissen.

Was ist ein Kontokorrentkredit?

Wie bekommt man einen Kontokorrentkredit?

Die meisten Girokonten werden mit einem Kontokorrentkredit angeboten. Die Höhe des Überziehungsrahmens richtet sich dabei nach dem Einkommen des Kontoinhabers. Die Zinssätze sind in den Gebührentabellen der Banken einsehbar.

Den Kontokorrentkredit erhält man nur in Verbindung mit einem Girokonto. Er bildet den sogenannten Überziehungsrahmen des Girokontos. Ein anderer Name ist auch Dispositions- oder kurz Dispokredit. Im Gegensatz zu klassischen Darlehen unterscheidet sich die Funktionsweise des Kontokorrentkredits. Anders als ein Ratenkredit wird er nicht ausgezahlt, sondern es steht lediglich eine bestimmte Summe ständig zur Nutzung bei Bedarf zur Verfügung. Erst wenn der Girokontoinhaber die Kreditfunktion nutzt, wird auch der Kreditprozess in Gang gesetzt und es werden für den genutzten Kreditrahmen Zinsen erhoben.

Ein Beispiel verdeutlicht das Verfahren. Herr Huber hat ein Girokonto mit einem Kontokorrentrahmen von 1.000 Euro. Derzeit befinden sich 200 Euro auf dem Konto. Bei einem Möbelhaus kauft er ein neues Sofa für 1.000 Euro und nutzt dafür einfach seine EC-Karte. Diese 1.000 Euro werden von seinem Girokonto abgebucht, woraufhin dieses dann 800 Euro im Minus ist. Herr Huber hat nun also einen Kontokorrentkredit von 800 Euro. Für diesen muss er nun auch Zinsen zahlen. Anders aber als bei einem normalen Kredit, werden aber keine monatlichen Raten fällig. Theoretisch kann Herr Huber sein Konto auch dauerhaft im Minus lassen, er muss lediglich für den Kontokorrentkredit Zinsen zahlen.

Girokonto im Minus – und nun?

So praktisch es ist, dass man mit einer Kontoüberziehung schnell kleinere finanzielle Engpässe überbrücken kann, kommt man auf Dauer um die Rückzahlung nicht herum. Denn in den meisten Fällen ist der Kontokorrentkredit-Zinsatz nicht sehr günstig. Es ist nicht sinnvoll dauerhaft Zinsen für die Überziehung zu zahlen. Aber anders als beim Ratenkredit ist die Rückzahlung jederzeit problemlos möglich. Sobald wieder Geld auf das Konto eingeht – etwa das Gehalt oder andere Einzahlungen – gleicht sich der Kontokorrentkredit automatisch aus. So herrscht je nach Belastung und Geldeingang auf vielen österreichischen Girokonten ein dauerhaftes Auf und Ab.

Vorsicht, Schuldenfalle!

Ideal ist der Kontokorrentkredit für kleinere Ausgaben oder zur Überbrückung von unvorhergesehenen finanziellen Belastungen. Er eignet sich keinesfalls als Dauerlösung! Möchten Sie größere Anschaffungen auf Pump erwerben, ist ein Ratenkredit häufig die bessere Wahl, da er bessere Konditionen und vor allem niedrigere Zinsen bietet. Ein dauerhaft genutzter Kontokorrentkredit treibt die Kosten für das Konto enorm in die Höhe. Häufig lohnt es sich sogar, einen bestehenden Kontokorrentkredit mit einem Ratenkredit umzuschulden und so an Zinskosten zu sparen.

Helfer in der Not, aber kein Freund für immer

Im Alltag ist ein Kontokorrentkredit ungeheuer praktisch. Wenn zum Beispiel das Gehalt ein paar Tage später überwiesen wird, müssen Sie noch lange nicht verhungern oder auf andere Ausgaben verzichten, denn Sie können einfach auf die finanzielle Reserve des Kontokorrentkredits zurückgreifen. So können Engpässe ausgeglichen werden und der Aufwand, selbst für kleinste Beträge einen Kredit beantragen zu müssen, entfällt. Wenn Sie aber länger in den Miesen bleiben wollen oder müssen, dann sollten Sie Alternativen nutzen. Auch für kleine Beträge. Die Zinsen sind beim Kontokorrentkredit vergleichsweise hoch, so dass sich eine dauerhafte Nutzung nicht lohnt. Je nach geplantem Verwendungszweck gibt es andere Möglichkeiten, eine günstigere Kreditform abzuschließen. So müssen Sie auf nichts verzichten und können mit der richtigen Finanzierungsmethode auch noch sparen.

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